VEM-Freiwillige   2017/2018   2016   2015   2014   2013   2012   2011   2010   2009 

Anne | Annika | Cordula | Debora | Jana | Janina | Janis | Karolin | Katinka | Lea | Lena | Lisa-Marie | Mareike | Rabea | Rebecca

Menu:

Archiv

Blog durchsuchen:

devorah.

Autor: Debora | Datum: 22 November 2010, 08:34 | Kommentare deaktiviert

Normal 0 false false false

Soweit ich mich erinnern kann, war ich die letze Woche jeden Tag auf dem Smokey...

An einem Tag malte jeder Schueler zwei Geschenke, die er gerne zu Weihnachten haette. Was sie sich wuenschen ? Ein Haus, ein Auto, ein basektballcourt, einen Ball, einen Roboter, eine Barbiepuppe oder ein Kuechenset. Kinderwuensche und doch sind die Wuensche so gleich und ich habe beobachtet, dass sich eigentlich jedes Kind ein Haus oder Auto wuenscht...wir werden versuchen, ihre Wuensche mit Spielzeugen mehr oder weniger zu erfuellen.

Seit ein paar Tagen haben wir auch einen neuen Schueler, Angelo, dessen Familie neu auf dem Smokey ist. Zudem ist vor einigen Tagen leider der Papa von einer unser Schuerlinnen wegen Herzproblemen gestorben. Sie wird nun nicht mehr zum Unterricht kommen, da sie mit ihrer Familie nach Pampanga (ein anderer Teil Luzons...) zu ihrer Oma „umzieht“. Ich bin etwas traurig darueber, da ich inzwischen eigentlich schon jedes einzelne Kind ins Herz geschlossen habe und jeder fuer mich mit seiner Einzigartigkeit besonders ist...

Am Freitag, (12. November) durfte ich das erste mal „speaker“ fuer das Prayer Meeting vom CYF (die Jugend von der UCCP) sein. D.h. ich habe die Andacht vorbereitet und sie mit Unterstuetzung von Ate Van ( zb durch erklaeren oder mehr deutlich machen in Tagalog von einigen Dingen) an die Jugendlichen weitergegeben... Weil ein paar Tage zuvor ein Junge aus der Jugend Geburtstag hatte, ich auch am Montag das Teeniealter verliess und Ate Rox bald Geburtstag hat,  gabs frischgekochte Spagetthi ( wie gesagt, langes Leben ;) ) mit Toastbraot, softdrinks und Lanzones (eine wunderbar leckere Frucht...). Ausserdem hat jeder ein kleines Toertchen bekommen :)

Nach einer recht kurzen Nacht bereiteten wir frueh am Morgen ( eigentlich 4.30 am, aber weil wir hier auf den Philippinen sind 5 am ) das Essen fuer den fieldtrip vor.  Chicken Adobo und Reis fand seinen Platz in 70 Styroporboxen, 140 Broetchen (philippinische Broetchen – pandesal) wurden mit Creme beschmiert,  Snacks und drinks wurden eingepackt.  Irgendwann zwischen 7 und 8 Uhr holten wir dann mit den zwei DayCareBussen die 24 Kinder plus Elternteil vom Smokey ab, wo alle schon geduldig auf uns warteten. Zuerst fuhren wir in den Manila Zoo, wo die Kids und Erwachsenen zum ersten mal die Tiere sehen konnten, die sie sonst nur von Bildern kennen und von denen wir die Tage zuvor im Unterricht geredet haben.Zb einen Elefanten, einen Tiger, ein Zebra, den Philippinenadler (liebe Gruesse hier an Florian P. ;) ), Krokodile, ein Nilpferd usw.Besondere Attraktion waren auch die Schlangen, die mit noch lebenden Mauesen und Kuecken gefuettert wurden.

Waehrend wir spaeter auf die Fahrer der Busse warteten ( haha keines der Kinder ging im Zoo verloren, aaber die erwachsenen Fahrer ;) ), kam ein armer Mann zum Zaun vom Parkplatz und bat um etwas Brot, welches wir fuer spaeter bereithielten. Allerdings mussten wir ihm sagen, dass wir ihm nichts geben koennen, weil das Brot abgezaehlt ist und es dann nicht genug ist...Zwei Maedchen waren aber sehr besorgt und wollten ihm sehr gerne helfen, sodass sie ihm ihr zu Trinken gab.  (leider war der Mann nicht sehr dankbar...hmpf. Wir/Er sollte(n) Dankbarkeit von Kindern lernen..) Mich hat beeindruckt, dass die beiden Maedchen sehr besorgt waren und ihr bisschen gaben, was sie haben. Obwohl sie doch selber nichts haben,  hat sie ihr zu Trinken gegeben und nicht fuer sich selbst gesorgt.  Waehrend einige Erwachsene sich vielleicht einfach von solch einem Bettler abwenden wuerden, zeigen die Kids Fuersorge und geben, auch wenn sie selber kaum etwas haben. Ich beobachte des oefteren auch, dass die Kids, wenn es den Snack im DayCare gibt, einen Teil davon in ihre Tasche verschwinden lassen (zb manchmal die Banane, die es zum Brot gibt o.ae.), um es spaeter ihren Geschwistern oder Eltern zu geben. Oder sie fragen, wenn etwas uebrig bleibt, ob sie das fuer ihre Geschwister haben koennen.

Nach dem Zoobesuch fuhren wir zum Quezon Circle, ein Park, in dem es einfach etwas Natur und einen grossen Spielplatz gibt. Nach dem Essen konnten die Kids lange auf dem Spielplatz spielen, sodass sie auf der Rueckfahrt gut muede waren und schliefen. (auch die Eltern ;) )  Wir waren froh, dass die verlorene Elena recht schnell wiedergefunden wurde und nicht, wie von ein paar fremden angenommen, gekiddnapt wurde ;) Bevor es nach Hause ging, machten wir noch Halt auf dem Gelaende der University of the Philippines -  ein grosses, wunderschoenes, gruenes (!) Gelaende, mit Wiesen, Baeumen, Palmen, Blumen. Das Gegenteil von dem, was die Kids und Eltern jeden Tag sehen. Die Kids spielten auf der Wiese Gruppenspiele, Sanny Boy fand eine Heuschrecke und sah sie mit grossen Augen an...

Fuer die Kids und fuer einige der Eltern war es das erste mal, dass sie Natur in Wirklichkeit sehen und erleben konnten und nicht nur im Fernsehen oder in Magazinen sehen. 

Am Sonntag wurde mir schon mal vorzeitig von allen zum Geburtstag gratuliert und ich musste immer sagen“ ja danke aber ich hab morgen erst Geburtstag“ – auf dem Liedblatt stand, ich haette am 14. Geburtstag ;D  nach dem Gottesdienst gabs dann direkt auch eine kleine Feier, bzw gemeinsames Essen mit Pancit (Nudeln...) und anderem leckeren Essen.  Als wir die Kids zur Sunday School abholten, mussten (oder fuer mich: durften..) wir zu den Huetten einiger Kids gehen, um sie daran zu erinnern. Fuer mich ist es ein „durften“, weil ich so von einigen Kids das zuhause sehen konnte...

Danke an alle, die mir zum Geburtstag gratuliert haben, an dem ich auf dem Smokey war, die Bilder vom fieldtrip angesehn habe und abends ein bisschen mit Videoke gefeiert habe...Die 3. Feier hatten wir am Freitag im Day Care. Donnerstag kauften wir viele Spielzeuge als Preise ein, zu trinken, Suessigkeiten und holten Freitagmorgen die zwei vorbestellten Kuchen (ich wuerde es fast schon torten nennen..) von Goldilocks (hoert sich sehr deutsch an und das Logo ist ein blond –gelocktes Maedchen.)  ab, fuhren mit dem DCCBus (weil es so viel zeug war..) zu den Kids, dir mir ein Plakat mit ‚Happy Birthday Devorah“ und ihren Handabdruecken gemalt haben... Die Feier war mit Spielen, den kleinen Preisen und den Kuchen sehr lustig und froehlich und ich bin sehr dankbar fuer die Kids...

Samstag haben wir den ganzen Tag mit dem Chor und der Band geprobt, gegessen und  letzte Vorbereitungen getroffen, denn am Sonntag, 21. November feierten wir die 107. Anniversary der UCCP Evangelical Church Tondo... wir, die Praise and Worship Band spielten die Lieder „Every move I make“, „Rainbow“ und „Jesus loves me“, zu denen die  Kinder der Junior Church (Kindergottesdienst ) tanzten.. Bishop Elmer (der Pastor) las u.a. das Grusswort von Carol vor und die mail von Annika ;)

Das  hauefige Proben von unsere beiden Lieder „Umawit kang masaya“ (Singe nun froehlich...)  und „Now unto Him“ mit dem Chor  hat sich auch ausgezahlt. Schliesslich haben auch die DayCare Kids das Lied „jesus loves me this i know“ vorgetragen, welches wir die letzten 3 Wochen jeden Tag etwa 6 mal gesungen haben ( 3 mal in der ersten klasse, 3 mal in der zweiten.) und das mir inziwschen schon den Ohren raushaengt ;D

Nach dem Essen probten wir wieder mit der Band und hatten einfach etwas Gemeinschaft unter der Jugend...

alles in allem gehts mir ziemlich gut hier, auch wenn ich zwischendurch von erkaeltung eingeholt werde... ich liebe die kids vom day care, sie geben mir mit ihrem strahlenden augen und ihrer unbeschwertheit Freude...

es gibt bilder..

 

 

smokey, wahl, sembreak...

Autor: Debora | Datum: 09 November 2010, 11:35 | Kommentare deaktiviert

Normal 0 false false false

Liebe Leser....

 

Es ist wieder viel passiert und ich wuerde euch am liebsten von jedem kleinen Erlebnis berichten, welches zb in Deutschland ziemlich ausergewoehnlich waere – hier jedoch zum Alltag gehoert und ganz normal ist. Das ganze wuerde aber nie ein Ende finden...deshalb gibts ‚nur‘ ein ‚paar‘ Infos, wie die letzen Tage so aussahen..

Am Sonntag (24.Oktober) wurden wieder einige DayCareKids vom Smokey abgeholt und hoerten nach einer fuer sie und fuer mich spannenden Fahrt ( wegen all dem, was es draussen zu sehen gibt... am ersten Sonntag sagte ein Junge, als er den Church Compound betrat: „ooh Blumen !“ )im porjekteigenen KleinBus, dass Jesus sie lieb hat  und wie er die 5000 Familien satt machte.

Am Montag war die Wahl der neuen ‚chairmen‘ , was man hier nicht uebersehen konnte; denn ueberall hingen Wahlposter von allen moeglichen Kandidaten. „Vote ...for chairman“ „Iboto...4 chairman“, an ein paar Tagen gingen Leute zb ueber den Smokey und warben laut, unterstuetzt mit trommeln, fuer ihren Kandidaten, verteilten Infozettel und begruessten mich nett. Das gute an der Sache ist, dass nun ein paar Menschen ein weiteres Tshirt zum tragen haben, auf dem irgendein Kanditatenname steht, und dass an dem Tag kein Unterricht war. ( Das Ergebniss wurde spaeter mit einem Menschenzug durch die Strassen verkuendet)

Vom Dienstag (26.oktober) bis zum 2.November war ‚Sembreak‘ – kein Unterricht fuer alle Schueler und fuer mich eine Zeit, in der ich zb einkaufte, meine Kleidung wusch, auf einer der Schaukeln (die hier auf dem Church Compound sind...manche von euch wissen vielleicht, dass ich Schaukeln liebe :) ) viel Zeit in der Bibel verbracht habe, mich mit meinen Nachbarn unterhielt, mein eigenes Essen kochte, einige Erkenntnisse von Gott geschenkt bekommen habe, Zeit mit Jocelyn verbrachte, ein gutbesuchtes Prayer meeting der Jugend miterlebte und daraufhin noch bis spaet in die Nacht (oder  fruehen Morgen ;) )  mit ein paar Jugendlichen den Geburtstag von einem Jungen aus der Gemeinde (und mein Nachbar) mit Spagetthi ( gibts hier eigentlich zu jedem feierlichen Anlass – lange Spagetthi gleich langes Leben ;) ) Videoke, Billard, milkfish und Junkfood, movie, Reden und rumsitzen feierte.... seit ein paar Sonntagen singe ich als 3. Backgroundsaengerin ( hahaha......die, die es wissen sollen, wissen warum ich lache ;D ) in der Band mit, die nach Proben am Samstagabend ( ich mag die Proben..es macht einfach spass ;) ) fast jeden Sonntag im Gottesdienst wunderbare Lobpreislieder spielt.

Dieses Jahr hab ich Allerheiligen oder All Saints Day viel bewusster erlebt als je zuvor. Denn ich durfte mit meiner Nachbarin, ihrem Mann , einen ihrer Soehne, Jocelyn und der Hundewelpen in die ‚province‘ fahren.  Dort gab es ein Zusammentreffen der Familie von meiner Nachbarin und der gemeinsame Besuch des Grabes ihres Vaters. Denn an Allerheiligen besucht eigentlich jeder, der einen verstorbenen Verwandten hat, dessen Grab und nimmt den Verstorbenen dadurch mit in die froehliche Gemeinschaft der Familie und erweist ihn damit Ehre. Es dient auch als Gelegenheit zur „reunion“ der Familie und es werden weite Anreisen auf sich genommen (zb kamen die Geschwister aus den USA..) 

Die Friedhoefe sind anders als in Deutschland. So ist ein Grab ein grosser Betonkasten, auf dem eine schoene Steintafel angebracht ist, sodass man das Grab auch gut als Sitzgelegenheit, Tisch oder Spielplatz benutzen kann ( ich sah, wie einige Kinder lachend von einem zum anderen springen oder hinter ihnen verstecken).

Es war schoen, wieder etwas vom laendlicheren Leben mitzubekommen, was doch so viel anders als das Stadleben ist  (frische Luft atmen,  ueberall gruen zu sehen, Carabaos beim grasen oder bei der arbeit zu beobachten, die laendlichen Haeuser/Huetten,  Reis der zum trocknen auf der Strasse liegt, wunderschoene Landschaft, dorfleben.....)

Leider haben wir die Hundebabys bei den Geschwistern, bzw deren grossen und reichen Hauesern, gelassen. (die sie sich leisten koennen, weil sie in den USA nun mal so viel mehr Geld verdienen...)  Nun kann ich ihnen nicht mehr beim ausgelassenen Spielen zusehen und ihr weiches Fell streicheln....

Seit Mittwoch, 3. November, ist wieder Unterricht und ich fahre nun (inzwischen den kompletten Weg alleine ;) ) jeden Morgen zum Day Care. Wie ich das ganze erlebe und/oder was mein ‚alltag‘ so aussieht, folgt bald...sori ha ;)

...es soll nun jeden Sonntag Kindergottesdienst fuer die SmokeyKids geben :)

Es ist kaum vorzustellen, dass nun November ist....denn ich muss mich nicht erst mit einem dicken Wintermantel und warmen Schuhen eindecken, bevor ich rausgehe... wo ist der Schnee ? Im Bilderbuch :D frueher habe ich immer die letzen Tage bis zu meinem Geburtstag abgewartet und mich sehr vorgefreut..nun werde ich nur daran erinnert, wenn ich auf den Kalender schaue oder wieder jemand sagt: ohh malapit na ang bday mo....“ (‚oh dein geburtstag ist nahe/bald‘)

Weil fuer die naechste Zeit ist einiges geplant ist, wie der ‚field trip‘ ( - d.h. in den Zoo, in Luneta Park und ins Museum gehen) , Kindergottesdienst, das Lied „Yes, Jesus loves me“ mit den Kids fuer die Kirchenanniversary am 21.November einueben und Aktionen fuer Weihnachten,

gab es am Freitag ein Treffen fuer die DayCareKids-Eltern bzw Muetter, an dem ihnen alles wichtige erklaert wurde. Waehrenddessen spielten die Kinder draussen laut und auf einmal wurde der Laerm durch Schreien durchbrochen...ich ging zu dem Maedchen das hingefallen war, wollte sie troesten und hatte eigentlich erwartet, dass es harmlos sei -  als ich auf einmal ihr von Blutvollgesaugtes shirt und meine blutueberstroemte Hand sah..sie hatte sich den Hinterkopf aufgeschlagen..danke an Jesus, dass wir Verbandszeug im DayCare haben und dass Er die Blutung stoppte...

am Montag konnte ich spontan und kurz eine Familie, die auf dem Smokey wohnt, besuchen und das 2monate-  junge Baby der 16 jaehrigen Cindy im Arm halten. So konnte ich wieder einen kleinen Einblick in die Wohnart der SmokeyMountainBewohner haben und  wurde zur Taufe am 25. Dezember eingeladen...

 haha als teacher Rox die kids fragte, was 'sun' auf tagalog heisst, kam es spontan und voellig ernst von einem jungen: "San Miguel !" (ein beliebtes Bier hier..)

So, das wars alles ( oder auch noch lange nicht alles...) ganz kurz und zusammengefasst... es faellt mir auch immer schwerer, blogeintraege zu schreiben und es fuer euch moeglichst vorstellbar zu machen; denn ich habe mich schon mehr oder weniger an all die Unterschiede gewoehnt und es ist alles normal...

Sorry fuer meine verschachtelten saetze, aber ich glaube, ich schreibe schon immer so. Wozu hab ich sonst die ganzen Regeln der Relativsaetze und Gerundium und alles in der Schule gelernt ? ;D

Bitte fragt mich, wenn ihr Fragen oder irgendwelche Bemerkungen habt..wenn es Dinge gibt, die euch wundern oder freuen oder traurig machen.

 

Danke an euch alle, dass ihr den langen Atem zum Lesen habt...und danke an alle, die fuer mich Beten, die an mich denken.

Danke an alle, die sich fuer mein Freiwilligenjahr interessieren. Danke an alle, die sich fuer die wahre Situation der Menschen in anderen Teilen der Welt interessieren und nicht nur an ihr eigenes Wohlbefinden denken.. Danke an alle, die beim Anblick von wunderschoener Natur daran denken, dass es Menschen gibt, die so etwas noch nie gesehen haben..

Danke fuer alle, die sich die Menschen zu Herzen nehmen, fuer sie beten, ueber alles nachdenken und die Realitaet nicht ausblenden oder von dem schillernden Reichtum verblendet werden..

Danke an alle, die diese Menschen mit den Augen Gottes sehen, an alle, die diesen Menschen helfen wollen, so wie es Jesus tat...

 

Debora.

(oder auch Dvora, so wie mich hier gerne einige nennen..haha oder auch rebecca. (warum auch immer ;D ) )