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..vom Ausflug in andere Laender

Autor: Debora | Datum: 05 April 2011, 02:32 | Kommentare deaktiviert

Frohes neues Jahr meine Lieben !

Ja, richtig. Am 3.Februar war chinesisches Neujahr. Anlaesslich dazu bereiteten meine Freundin Liezel und ich Tikoy fuer das prayer meeting vor. Tikoy ist chinesisch, eine  klebrige suesse (rundkuchenfoermige) Masse, die wir dann in Lumpiawrappern (Fruehlingsrollenteig) als Fuellung verwendeten :) 

Am naechsten Tag durfte ich an einem Forum teilnehmen, bei dem einige der Morong 43 von ihren Erlebnissen berichteten. Die Morong 43 ist eine Gruppe von Gesundheitshelfern, die letztes Jahr gefangen genommen und gefoltert wurden, da sie angeblich beim Bau von Bomben erwischt worden sind. Dabei handelte es sich wie gesagt um Gesundheitshelfer, die lediglich der Bevoelkerung helfen wollte, die sich einen Arztbesuch nicht leisten kann. Nach langen Protesten wurde schliesslich die Mehrheit der Gefangenen freigelassen.  

..dann hab ich Besuch von Bernadette bekommen, die in Montalban (noerdlich von Manila, etwa 2 Std entfernt) als Freiwillige in einer Vorschule arbeitet und die ich beim TagalogSprachkurs in Bielefeld kennengelernt habe. Nachdem wir am Samstag den Smokey besuchten und dann kurz in Divisoria ein paar Zutaten eingekauft haben, kochten wir zusammen lecker, bevor es dann zur Bandprobe ging. Bernadette hat dann auch am naechsten Tag im Gottesdienst gesungen :)  

Vielleicht fragen sich ein paar von euch, was Divisoria ist (jaa, Annika und Caro und Annefie, und Miri vielleicht, ihr nicht :) ).Das ist gar nicht so einfach zu beschreiben. Muss man einfach erleben. Auf jeden Fall handelt es sich dabei um einen Teil Manilas, in dem es so ziemlich alles gibt und dazu zu einem ziemlich guenstigen Preis (wie gut die Qualitaet dann ist und was davon alles echt oder gefaelscht ist, ist die andere Frage) Von Kleidung und Unmengen and Handys und andere elektronische Artikel,Cds und DVDs, Hausrat, Taschen, Schuhe, Essen, Schulmaterialien, Schmuck... Diese findet man in mindestens 3 grossen Malls (die zb mit nummern wie 168 oder 999 bezeichnet sind) und sonst auf der grossen ehemaligen Hauptrailroad und denSeitenstrassen. Die Malls sind aber anders als die ueblichen Malls. etwa 4 Stockwerke und anstatt Geschaeften unzaehlbar viele kleine Staende,einer an den anderen gereiht und grade als Auslaender wird einem durchgaengig "yes mam" oder "bili po lang"(sowas wie "kaufen Sie") (dabei wird das "mam" als Anrede fuer unbekannte Personen benutzt. (oder denke ich zumindest, denn "mama" ist die Anrede fuer unbekannte Personen benuzt, wenn man sie anspricht..so sagt man zb im Jeepney auch wenn man moechte"mama, para po", wenn man aussteigen moechte.)) Geht man ueber die Strassen, wird man teilweise von dem Mix der unterschiedlichsten Gerueche fast umgehauen. Vom Abfallgeruch ueber Fleischgeruch,  Gemuese und Obstgeruch zu den intensiven Fischgeruechen vermixt mit den Abgasen der Jeepneys, Trucks und Tricycles, die auf ihre Fahrgaeste warten.. aber wie gesagt, es ist schwer so etwas zu beschreiben.Man muss es erleben, um zu wissen, wie es ist... 

Einmal hatten wir fuer drei Tage keinen Unterricht auf dem Smokey, weil unsere Lehrerin auf ein Seminar fuhr, in dem es ums Thema Kindesmisshandlung ging. An zwei Tagen besuchte ich dann den Unterricht vom Sunbeam Learning Center (SLC), auch von der UCCP Tondo. Das ist auch eine Vorschule, fuer die Kids aus Tondo. Die Frau vom Pastor und ein Gemeindemitglied haben jeweils eine Klasse von etwa 10 Kindern. Die Unterrichtsraeume sind direkt auf dem Churchcompound... mir fiel auf, dass die Kids viel aelter als unsere Smokeykids aussehen, obwohl sie teilweise juenger als sie sind. Das liegt sicherlich einfach an den unterschiedlichen Umstaenden, in denen sie aufleben. Anderes, gesuenderes Essen und nicht die heftige Umgebung vom Smokey. Ausserdem sind die Kids auch um einiges weiter in ihren Faehigkeiten. (obwohl das vermutlich auch an der unterschiedlichen Anzahl liegt - Smokey pro klasse 25 und SLC pro Klasse 10) ....die Kids vom SLC sind auch unglaublich suess und ich habe sie schnell ins Herz geschlossen..haha es wurde auch mal hin und wieder spaeter von den Kids nach mir gefragt.. :)

Freitags haben wir ja wie gesagt immer (oder meistens ;) ) Prayer meeting mit unser Jugend, dem CYF. An einem Freitagabend fuhren wir dazu ins innere Manila, zum Quirino Grandstand. Ein schoener Ort, also eine grosse Wiese...einfach etwas mehr Natur als man sonst in Manila hat und mal eine schoene Abwechslung..

Valentinstag gibts hier auch. Allerdings kam es mir vor, als wuerde dieser viel viel intensiver erlebt und viel viel wichtiger als ich es von Deutschland kenne. Schon lange bevor konnte man ueberall alle moeglichen (kitschige) Valentinstagsgeschenke kaufen und es wurde immer wieder gefragt, ob man ein Date hat. Letzendlich bin ich mit zwei Freundinnen am Valentinstagabend in den Luneta (oder Rizal)-park gefahren, haben uns so wie sehr sehr sehr viele Paerchen ein bisschen die Wasser-Lichter-Musik show angesehen und einfach ein bisschen im "japanischen Garten" gesessen

.Am Tag darauf machte ich mich mit Ate Amy (meine 'ehemalige' Mentorin) auf in die Provinz Nueva Ecija, wo wir erst mal den Tag lang die frische Luft im wunderschoenen Garten von Ate Edna (Mitarbeiterin der UCCP) genossen und am Abend los nach Kalinga fuhren. Kalinga ist eine Mountainprovince im Norden von Luzon. Dort besuchten wir dann die naechsten zwei Tage Schulen der UCCP. Irgendwie haben mich die Schulen sehr beeindruckt. Natuerlich erst einmal wieder das Leben in der province, das doch so anders als in Manila ist - viel viel mehr Natur, die Menschen scheinen anders auszusehen, eine andere filipinische Sprache, man sieht Menschen und caraboas bei der Arbeit auf den Reisfeldern.. einfach vieles anders als in Manila. ( der Ausdruck von der ehemaligen Freiwilligen Annika, Manila sei "doch irgendwie ein eigenes Land" passt manchmal ganz gut denke ich)..achja an einem Abend probierte ich dann auch gleich Chickenfeet, gegrillt. (uebrigens: der chickenhead heisst helmet (wie ein Helm..) und die chickenfeet adidas (wie die Schuhe ;))  

An dem einen Tag fuhren wir in eine kleine Stadt mitten in den Bergen. Die stundenlange Fahrt dorthin ueber die enge Bergstrasse, war umwerfend. Ich konnte riesige Reisterrassen sehen, beeindruckende Fluesse im Tal und wunderschoene Bergformationen. Als wir bei der wirklich sehr sehr kleinen und sehr sehr alten Schule ankamen, wurden wir richtig herzlich von den Schuelern und Lehrern willkommengeheissen. Es gab in der kleinen Kirche eine willkommensfeier fuer uns, bei der einige Schueler traditionelle Taenze auffuehrten, bei denen man zb mit 8 Tontoepfen auf dem Kopf tanzt. Ganz spontan richtete ich dann vor den 172 Schuelern ein paar Grussworte aus ;) und nach einem leckeren Mittagessen (...wie isst man eine Muschel? Man muss sie erst kuessen, dann kommt sie raus. Haha, so wurde mir das beigebracht und es klappt ;) ) wurde ich von einigen lieben Maedels durch das Dorf gefuehrt - wunderschoen, sehr beeindruckend...da wollte ich doch gleich dableiben. In dem Dorf (oder kleinen Stadt) suchte uebrigens Aguinaldo ( der erste Praesident der Philippinen) fuer einige Tage Schutz vorm Militaer und daher gibt es eine Statue von ihm und seinem Pferd :)

 Leider koennen Bilder diese Schoenheit dieses Ortes nicht einfangen, aber ich habe die Bilder in meinem Kopf und werde sie niemals vergessen....ich hoffe, dass ich irgendwann nochmal dorthin kanns, so wie auch die ganzen liebevollen freundlichen Bewohner meinten, dass ich doch wiederkommen soll :)

Die Jugendlichen brachten mir dann hinterher noch ein paar "einfach" Tanzschritte bei, die aber gar nicht so einfach sind. Ich bewunder immer wieder diese traditionellen Taenze und Trachten der verschiedenen filipinischen Staemme...achja, letztendlich konnte ich dann noch solch eine schoene traditionelle Kleidung kaufen :)

Auf der Rueckfahrt haben wir echt Bewahrung erlebt- danke Herr... Nach etwa 20 Minuten Fahrt - ich dachte grade an die Hinfahrt auf der ich ein Schild sah "caution! Accident-prone area" und 5 meter danach ein Auto, das gegen einen Baum gefahren war - als das Auto ruckelte und ratterte...wir hatten unseren linken Hinterreifen verloren ! (einen Tag zuvor hatten wir diesen noch in einer Werkstatt am Strassenrand (auch mal ein Erlebnis, wie hier so die Autowerkstaetten sind ;) etwas an diesem Reifen reparieren lassen)  

Das war echte Bewahrung, denn waeren wir nur etwas schneller gewesen, waeren wir sicherlich von der engen Strasse abgekommen und den Abgrund heruntergefallen..danke Herr…

Nachdem wir dann 3 von 4 verlorenen Schrauben gefunden hatten, ging es weiter vorbei an 10 Caraboas die einfach so auf der Strasse rumstanden, bis zur naechsten Werkstatt und schliesslich nachhause. Nach etwa anstrengenden 14 Stunden Fahrt mit Auto ,spaeter Bus und am sehr fruehen Morgen mit vollgepackten Trycycle (yeah, ich durfte hinter dem Fahrer auf dem Moped sitzen-hehe mein Lieblingsplatz ;) kamen wir wieder im Haus von Ate Edna an, schliefen und fruehstueckten kurz und machten uns dann wieder auf den Weg nach Manila.

Kaum wieder zuhause, kam etwa 2 stunden spaeter auch schon Annika, die ehemlaige freiwillige an : ), mit de rich dann die naechsten 6 Wochen meinen “room” teilte ;) die Zeit war sehr cool, wenn auch anders. (dazu aber im naechsten blog mehr.)

Am 23.Februar gings dann wie gesagt schon ins “naechste Land”.  Mit Bernadette flogen wir nach Davao city, in Mindanao. Nach einer Nacht in Davao setzten wir dann mit einem Boot ueber nach Talikud Island, einer vorgelagerten Insel vor Davao. Dort verbrachten wir mit 11 anderen Freiwilligen und 1 Seminarleiter (eigentlich sin des zwei, die eine ist nur gleichzeitig auch Freiwillige ;) ) 4 sehr sehr schoene Tage. Dieses Zwischenseminar wurde schon die vergangenen Jahre von den Seminarleitern extra fuer weltwaerts-freiwillige durchgefuehrt.

Einige der Freiwilligen arbeiten bei PREDA, eine Organisation die sich u.a. fuer “Gefaengniskinder” und vergewaltigte Kinder einsetzt. (besucht malhttp://www.preda.org/german/)

Unser resort direkt am Strand war einfach ein Traum….die erste halbe Stunde hoerten wir uns immer wieder nur sagen “wow das ist der hammer hier””das ist das paradies hier” usw. Wir kochten unser Essen selber und so versorgten wir uns eigentlich hauptsaechlich mit deutschem Essen und vielen vielen Fruechten. Es war eine sehr gute Zeit, zum Austausch, zum Rauskommen, zum Nachdenken ueber die verganene Zeit, zur Auszeit.

Als ich wieder nachhause nach Tondo kam, sagte ich meinen Freunden, dass ich aus meinem Urlaub in Deutschland wiedergekommen bin, denn so fuehlte es sich irgendwie an… 

Das wars erst mal kurz und knapp ( haha.) vom Monat Februar..Vielen Dank fuers Lesen, sorry dass es so lange gedauert hat und nun so viel ist..Ich bin sehr froh, hier seien zu duerfen und geniesse die Zeit sehr…

Danke an alle einfach, die an mich denken und beten…Liebe Gruesse.

.Debora 

PS: …Bilder gibts bald auch ; )