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regen

Autor: Debora | Datum: 25 Juni 2011, 07:29 | Kommentare deaktiviert

Hallo an alle..

 hier kommt mal ein kurzes, kleines update.

Die letzten Tage regnet, regnet, regnet es. Immer weiter. Die heftigen Regenschauer werden nur mal fuer ein oder zwei stunden von Nieselregen, Troepfeln oder gar kein Regen abgewechselt. Dann faengst wieder ganz ploetzlich an, wie aus Eimern zu schuetten.

Das letzte mal war ich am Donnerstag auf dem Smokey - wir haben seit Dienstag wieder Unterricht fuer die neuen Kinder, den 4ten batch.

Der Smokey, besonders die "Hauptstrasse" ist ziemlich matschig und eine riesen Pfuetze ist auf diesem Weg..dadurch ist es immer eine kleine Herausforderung, sich bis zum Day Care durchzukaempfen und dabei zu versuchen, moeglichst mit sauberen Fuessen anzukommen ( haha ich schaffs nicht...aber jedes mal die Gummistiefel mitzubringen ist voll umstaendlich..da hab ich lieber matschige Fuesse und spuere den Matsch von Wasser, Abfall und Dreck zwischen den Zehen hhhmm ;p ). Naja und aufpassen, dass man nicht ausrutscht. 

 

Der Regen soll wohl noch die naechsten Tage so weiter gehen. Gestern hatten wir prayer meeting in der Kirche und wir mussten erst mal den einen Teil vom Church Compound ueberqueren, der bis ueber die Knoechel ueberschwemmt war. Waehrend des prayer meeting konnten wir dem schuettenden Regen, Donner und Blitzen zuhoeren.

Vor ein paar Tagen steckte eine Freundin 3 Stunden fest, als sie auf dem Weg von der Schule nach Hause war. Sie kaempfte sich wie so viele andere Menschen durch die kniehohe Ueberflutung.

Teile Manilas sind nach Angaben bis zur Huefte ueberschwemmt - je nach Lage und Abfliessmoeglichkeit fuer das Wasser. 

Am Freitag wurde wegen dem Sturm "Falcon" ueberall in Manila der Unterricht suspendiert. Obwohl es auch sonst keinen Unterricht gegeben haette, da am Freitag "manila day" war.

Am vergangenen Montag ist uebrigens Jose Rizal 150 Jahre alt geworden :) 

Dankbarerweise ist unser Church Compound in einer ganz guten Lage - nur die eine Seite war bis ueber die knoechel ueberschwemmt. Auf der Seite, an der mein "room" (mein Zimmer ;p) liegt, gibt es nur eine grosse, fusstiefe Pfuetze.  

Es ist recht kalt...obwohl das internetthermometer immernoch 26 grad fuer manila anzeigt. naja, ich sitze hier in sweetjacke.

Bei der erhoehten "Luftfeuchtigkeit" trocknet und trocknet meine Waesche einfach nicht..deshalb versuch ich ein bisschen mit dem Elektric-fan nachzuhelfen.. mal sehn, nach wievielen Tagen meine Waesche endlich trocken sein wird.

Am Montag steht ein Besuch von ein paar us-amerikanischen Studenten an. Sie werden unser Day Care besuchen und den Kids ein paar Snacks verteilen. Mal sehn, wie ich mich so mit den Amis verstehen werde ;p

Ich schreibe ueberigens im Moment an meinem 4. Rundbrief, ich weiss aber noch nicht, wie lange es bis zur Veroeffentlichung noch dauert ;p

 

Das wars erst mal.

Liebe regengruesse.

De.bora

 

 

...

Autor: Debora | Datum: 10 Juni 2011, 14:38 | Kommentare deaktiviert

hallo meine lieben treuen Leser oder auch nur-vorbei-schauer.
Ich weiss, dass es schon lange her ist, dass ich mal einen Eintrag schrieb und der auch nur ueber den Februar berichtete. So wird es eigentlich mal Zeit, dass ich euch endlich ueber die andere vergangene Zeit berichte.

Allerdings hole ich zurzeit das Rundbrief-Schreiben nach. In den Rundbriefen berichte ich recht ausführlich ueber die vergangenen Monate. Deshalb möchte ich nicht alles noch mal hier aufführen und euch somit langweilen.
Lest einfach meine Rundbriefe :)

Ich möchte nur ein paar Dinge schreiben, die ich (bisher) noch nicht in meinen Rundbriefen erwähnt habe, da diese sonst noch länger werden wuerden, als sie schon sind.


Ich versuche inzwischen mit ganz aufmerksamen Augen und Ohren durch den Tag zu gehen, um all die Andersheiten, die hier zum Alltag gehoeren (und ich mich somit auch schon dran gewöhnt habe), aber fuer uns Deutsche eher ungewöhnlich sind.
An einem Tag nahm mich eine Freundin mit zu der High School ihrer Schwester, da wir dort etwas abgeben mussten.
Ich habe inzwischen schon einige Schulen hier besucht, bzw sehen natürlich täglich die Schüler auf der Strasse. Das ganze erinnert mich immer wieder ziemlich an die amerikanischen Teenie-Highschoolfilme ( na klar, das alte amerikanische Schulsystem wird hier durchgeführt)
Der Boden in der Schule war gefliest und ziemlich rutschig, sodass wir beiden schon beim einfach Laufen fast ausrutschten und hinfielen. Denke ich an meine alte Schule, erinnere ich mich daran, dass dort alle möglichen (fuer mich unverständlichen) Sicherheitsvorkehrungen geschaffen wurden. Solch ein Fussboden in einer deutschen Schule wuerde sicherlich nicht lange geduldet werden. Eine Rutschgefahr fuer die Schule, sobald sie den Flur entlanggehen, aber fuer die Sicherheit der Schüler gibt es so einige Sicherheitguards, die mit ihren Waffen am Schuleingang stehen oder durch die Gänge laufen.
Ansonsten findet man auch eigentlich in jedem Supermarkt, jeder Bank oder auch LRT Station Sicherheitguards.

Manchmal kommt es dazu, dass ich in makati, dem Businessstadtteil Manilas. Das scheint das komplette Gegenteil vom anderen Manila zu sein. Alles scheint sauber zu sein, die Menschen sind überwiegend gut gekleidet, die Autos fahren nach den Regeln, die Busse dürfen nur an bestimmten markierten Stellen halten, die Jeepneys sehen recht ordentlich aus, es gibt soweit ich mich erinnere, keine Tri-oder Bicycles, bei den Häusern handelt es sich um groesstenteils Hochhäuser und an den Bürgersteigen findet man einige Pflanzen. Alles erinnert mich ein bisschen an eine westliche reiche (bzw nicht arme), normale Stadt.
Zudem ist es normal, sein Geld auch auf der Strasse oder einem Cafe zu zählen - auch wenn es sich dabei um einige taused php handelt. (ich stelle mir vor, was passieren wuerde, wenn ich das hier zb in Tondo machen wuerde. Vielleicht wuerde ich das Geld nicht besonders lange in der Hand halten koennen oder ich hätte spaeter ein paar Verfolger hinter mir)
Einmal bot sich mir die Gelegenheit, vom 30.Stock aus ueber ganz Manila sehen zu koennen. Ich war wirklich ueberwaeltigt von der Unendlichkeit dieser Stadt, den grossen Unterschieden zwischen den Wolkenkratzern und den Hausern, die man gar nicht sieht, weil es nur eine Bretterhuette ist.(Tut mir Leid, ich hatte keine Kamera dabei, aber der Blick war der Hammer…)

Immer wenn Leute mich fragen "…saan ka nakatira?" ('wo wohnst du?") und sie dann die Antwort erhalten dass ich in Tondo wohne, ist es eigentlich normal, dass sie erst einmal überrascht sind und mir dann erzählen, dass Tondo sehr gefährlich ist, dort doch Mörder und Diebe rumlaufen und ich aufpassen soll.
Eigentlich laechel ich immer wieder darüber, aber ich denke, dass es hier durchaus "gefährlicher" als zb in makati ist. Manche Leute scherzen mit mir darüber, dass ich einfach sagen soll "hey, pass auf, ich komm aus Tondo" , wenn mich irgendwer "bloed anmacht".
In meiner Gegend, in Gagalangin, fühle ich mich aber ziemlich sicher ( besonders mein BRGy wurde einmal als sauberstes brgy geehrt ;)) und in meiner ganzen Zeit hier ist mir auch noch nie etwas passiert. Ich höre bloss die Geschichten von anderen ( wie ich zb sah, dass jmd von draussen wirklich versuchte, einer Frau die Ohrringe zu stehlen, während sie im jeepney sass; einer CYFlerin wurde das neue Handy unauffällig geklaut und jmd erlebte, wie ein Junge ihr den Rucksack unnauffaellig öffnete…)
Vor kurzem wurde dann einer Freundin der mp3player geklaut. Während sie auf dem WEg zum naechsten jeepney war, legte ein etwa gleichaltriger Junge seinen Arm um sie und hielt ihr ein Messer an den Hals, und konnte so ihren mp3 player einfach aus der Tasche nehmen.
Ich habe drüber nachgedacht, aber ich denke, fuer mich als "weisse" habe ich einen gewissen Schutz. Denn dadurch, dass ich eben keine Filipina bin, liegt schon ziemlich viel Aufmerksamkeit auf mir, wenn ich die Strasse entlanglaufe. Das duerfte es einem Dieb relativ schwierig machen, nicht von jmd bei seinem Überfall bemerkt zu werden.

Immer wieder wird mir klar, welche grossen gegensaetze in diesem Land herrschen. In einem ganz einfachen Beispiel: während  ein Junge in guter, sauberer Schuluniform im Chowking (fast-food-restaurant) sein Mittagessen mit einem Softdrink und als Dessert einem Halo - Halo ("Mix-mix", philippinische Spezialität: eine Art Eisbecher mit allem möglichen enthalten, so zb Eiscreme, Cornflakes, suesse Bohnen, Mais, Milch, jackfruit, Cocosnuss, Cocosnusgel, wackelpudding-artiges Etwas) geniesst und dabei die Kühle der Klimaanlage geniesst, gute Gerüche in der Luft sind und Musik im Hintergrund, dabei zwischendurch mit seinen Textmates sms mit seinem Iphone hin und her schickt,
sitzt ein Junge im gleichen Alter draussen auf der Strasse. Zerrissene, dreckige Kleidung, umgeben von Hitze und von den Abgasen der Jeepneys, Autos, Tricycles, Bussen, Taxis. Mit einem leeren, hungrigen Magen, seine Ohren werden vom Hupen, den Motoren und den Rufen von den Fahrern oder den Verkauefern erfuellt. In seiner Hand hält er möglicherweise noch einen alten Plastikbecher, den er den Menschen, die an ihm vorbeigehen, entgegenstreckt. Irgendwann wird er vielleicht von einem Securityguard weggeschickt und muss sich einen anderen Platz suchen. Vielleicht kehrt er spaeter zurueck zu seiner Familie, die eine kleiner Bretterhuette hat. Sieht man an dieser vorbei, erblickt man das 10 mal so grosse, erleuchtete Werbeplakat, auf der eine hübsche, hellhäutige Filipina fuer die "billigen" Apartments in einem Hochhaus wirbt, zu dem ein Swimmingpool und ein eigener Park gehoert. Vielleicht wird der Junge aber auch nur irgendwo her seine Pappkartons holen, auf denen er dann die Nacht verbringt.

Die Regenzeit hat nun wieder angefangen. Die Menschen hier sind recht kreativ, wenn es darum geht, ein paar Pesos zu verdienen.
In der Regenzeit kommt es des öfteren mal vor, dass einige Strassen Manilas überschwemmt sind (kommt immer auf die Lage , die Ebenheit und der Abfliessmoeglichkeit an..).
Neben den Händlern, die dann den Regen nutzen, um ihr Geld mit dem Verkauf von Regenschirmen oder tsynelas (Flip-Flops) zu verdienen, bauen Menschen kleine Uebergaenge ueber die Überschwemmten Strassen. Zb legen sie in paar Steine oder Holzbretter so hin, dass die kommenden Menschen die Strasse, die sich in einen mini-bach verwandelt hat, überqueren koennen. So verdienen sie ein paar Pesos, wenn die Menschen ihnen aus Dankbarkeit ihr Barya (Kleingeld) in den Becher werfen.
Ansonsten findet man am Strassenrand unzählige kleine Stände oder einfach nur Decken, auf denen die Händler ihre Dinge (von Handyzubehoer ueber DVDs, Zeitungen, Obst, Kaninchen, Kücken, Haarspangen, Schals, Mützen, slippern, schmuck, Fächern, Kandis, Zigaretten etc.) Zudem hat man eine Auswahl an verschiedenen Snacks, die frisch zubereitet werden. ZB Quick-quick, ein Ei, das in einer orangenen Sauce (sorry, ich weiss nicht, was das ist) fritiert wird. Oder bananaque - eine bestimmte bananensorte in Zucker getunkt und fritiert. Oder Fishballs - also fritierte Teigbaellchen mit Fisch innendrin. Oder Balot - das halb ausgebrütete gekochte Hühnerei. oder Barbecue - also gegrilltes Fleisch, Hotdogs, Huehnerdaerme, Huehnerfuesse oder Köpfe. oder fritierte Erdnüsse. Aber auch geschälte Ananas, Papaya, Melone.

Im alltäglichen Verkehr verdienen sich zb Leute ein paar Pesos, indem sie Fahrgäste fuer den Jeepneyfahrer zusammensammeln, oder indem sie den privaten Autofahrern beim Einparken helfen.
Die Jeepneyfahrer helfen sich auch untereinander. Fehlt dem einem Fahrer mal das nötige Kleingeld, um seinen Gästen ihr Rueckgeld zu geben, wird während der Fahrt dem anderen Jeepneyfahrer zugerufen und Geld ausgetauscht.
Während gewartet wird, dass die Strasse wieder frei ist und man weiterfahren kann, kauft der Jeepneyfahrer eine Zigarette vom Strasseverkauefer, der mit seiner Zigaretten-Kaugummi-Candy - Box herum läuft. Manchmal kommen Kinder und machen die Fensterscheiben sauber und erbitten eine kleine Entschädigung.
Manche Jeepneyfahrer erlauben es auch Kindern oder auch Erwachsenen, kurz in den Jeepney zu kommen und um eine kleine Spende (entweder fuer sich selber oder fuer ihre kranken Geschwister oder auch fuer eine Wohltaetigkeitsorganisation ) die Fahrgäste zu bitten. manche von ihnen machen dabei Musik, um groesse Chancen zu haben.   
Nur ein paar Beispiele von den vielen, wie die Menschen hier etwas Kleingeld verdienen.

Vor ein paar Tagen war ich beim Arzt, da ich eine Entzündung im Ohr hatte. Die Untersuchung war einfach mal richtig teuer -  kein Wunder, dass die Leute hier nicht zum Arzt gehen wollen oder koennen. Dazu verschrieb er mir noch einiges an Medikamenten, die alle einen Markennamen trugen. Diese markenmedikamente sind in etwa doppelt so teuer als die markenlosen. Dabei handelt es sich aber eigentlich um die selben Medikamente, bloss der Preis und der Name ist anders. Es gibt Apotheken, die die markenlosen Medikamente verkaufen, die im Grunde dasselbe wie die markenmedikamente sind, nur um einiges günstiger. Diese Apotheken sind natürlich sehr beliebt unter der Bevölkerung und selbst die Regierung empfiehlt es den Doktoren, ihren Patienten doch die markenlosen Medikamente zu verschreiben.

Selten, aber eben manchmal bin ich noch spaet abends in meiner Umgebung unterwegs (mit Begleitung ;)). Dann ist auch hier in Tondo alles etwas ruhiger, die Tricycle Fahrer schlafen in ihren Gefaehrten, die meisten Geschäfte haben geschlossen und nur die Internetcafes sind noch geöffnet. Die Menschen, die dann noch unterwegs sind, sind vor allem Kinder, die mit ihrem Müllsack durch die Strassen ziehen und nach verwertbaren Dingen Ausschau halten.

 
Ich werd ein paar Fotos hochladen…einfach ein paar Eindrucke Manilas.
Ich hoffe, ihr seid nicht allzu enttäuscht, dass ich all meine Erlebnisse hier nochmals aufgezählt habe, aber das findet ihr ja wie gesagt in den Rundbriefen..

Alles Liebe meine lieben.
Es sind nur noch wenige Tage, dann werde ich schon wieder meine Rückreise antreten.
Ab heute sind es nämlich noch genau 64 Tage, bis ich mich am Abend auf den Weg zum Flughafen begeben werde.
Bis dahin stehen noch ein paar Events an. Zb fängt naechste Woche wieder unser Unterricht mit den neuen Schülern an. Dann hab ich wieder ein Debriefing, also ein Rückblick auf die vergangene letzte Zeit. Vielleicht werden wir dafür auf eine andere Insel fahren :) Ausserdem werde ich Besuch von meiner Mum bekommen :)

Ok, also bis hier hin.
Alles Liebe.
De.bora