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typhoon Juan..

Autor: Debora | Datum: 23 Oktober 2010, 09:39 | Kommentare deaktiviert

 

Regnerische und ein paar sonnige Gruesse aus Tondo !

 

Letzte Woche war ich jeden Tag auf dem Smokey, habe wieder alles moegliche waehrend dem Unterricht gemacht, wie den Kids bei den Aufgaben geholfen, beim Essenausteilen geholfen und ich lerne grade, wie man die vielen und ziemlich heftigen Verletzungen ( was sind da schon kleine Schrammen, die deutsche Kinder kennen…)  oder Hautkrankheiten der Kinder versorgt…

An einem Tag gab es zwei Besucher aus Norwegen, sodass Lehrerin Roxanne und ich mit diesen durch das ‘Wohngebiet’ der SmokeyMountain2 bewohner gingen. Aus etwas Entfernung haben wir den Ort besichtigt, an dem der ‘frische’ Muell von grossen gefaehrlichen Lastwagen abgeladen wird.  Vor einigen Jahren durfte man als Fremder noch dorthin und sich das ganze aus der Naehe an sehen. Nun ist dieses Gebiet allerdings privat, man darf seinen Muell dort nur sammeln, wenn man eine bestimmte ID hat und Fotos zu machen ist auch von weitem verboten. ( Als die Nonnen, von denen ich erzaehlte, von weitem Fotos machten weil sie das Verbot nicht kannten, gab es auf einmal einen Besuch der Polizei…)

Auch wenn ich (noch) nicht sehen konnte, wie die Menschen den ‘frischen’ Muell auf der grossen Muellhalde zusammensammeln, kann ich jeden Tag zusehen, wie der in Saecken gesammelte Muell zwischen millionen von dicken Fliegen und Gestank  nach Materialien per Hand sortiert wird. Denn diese Arbeit wird auch vor dem Day Care und auf meinem Weg dorthin, erledigt.

Am Freitag habe ich den Kids das erste mal eine Geschichte erzaehlt. Die Geschichte von Noah. Allerdings noch auf englisch, Roxanne hat das ganze dann in Tagalog verstaendlich fuer die Kids gemacht J Danach konnten die Kids Bilder zu der Geschichte ausmalen (sie moegen Farben sehr gerne J ) und haben das Lied  ‘I’ve got joy down in my heart’ von mir gelernt. Nach ein paar Aktionsspielen draussen haben sie sich am leckeren Essen, was Roxanne jeden Morgen fuer sie kocht, gefreut.

Am Sonntag holten wir nach dem Gottesdienst von allen eingeladenen Kids 36 vom Smokey mit dem eigenen Bus ab und haben fuer etwa 2 Stunden mit ihnen einen Kindergottesdienst gefeiert. Ein paar Fotos dazu findet ihr im fotoalbum…

Meine Vorstellung, dass ich auch diesen Montag bis Freitag zum Day Care fahren werde, wurde durch den Typhoon ‘Juan’ zunichte gemacht. Montag-und Dienstagmorgen wurde ich mit der sms von Tita Phara geweckt, dass es aufgrund von “typhoon signal no. 1” keinen Unterricht gibt. Hier in Tondo (oder auf dem compound…) gab es aber eigentlich nur heftigen Regen, wie sonst auch des oefteren und Montagabend war es ziemlich windig… In anderen Teilen Luzons gab e saber wohl heftigere Ueberflutungen und Stuerme. Auch das Day Care war  etwas ueberflutet, das Wasser stand etwa 10cm hoch, sodass auch am Mittwoch erst mal alles sauber gemacht werden musste. Am Donnerstag waren daraufhin auch nur etwa die haelfte der Kinder da. Spaeter konnte ich durch das Wohngebiet, wo einige Menschen in kleinen Wohungne wohnen, die auf dem Smokey Mountain 2  ihre Arbeit haben und zb vorher auf Somkey Mountain 1 lebten, der 1993 geschlossen wurde, gehen und auch in die Wohnungen einen Blick werfen (bzw besuchen, weil ate rox’s familie dort eine wohnung hat).

Freitagmorgens fuehrten gewisse Umstaende dazu, dass ich mit Ate Roxanne die Familie von einer unserer Day Care Kids in ihrer kleinen Huette besuchen konnte. 6 Menschen leben in einer Huette, bestehend aus einem Raum (in etwa 4qm.), zusammengewuerfelt aus verschiedenen Materialien wie Holz, Plastikplanen und Wellblech, direkt neben der gefaehrlichen Strasse. Ich hab mich sehr gefreut, so eine Wohnart zu erleben und wir wurden nach Kaffee und Pandesal (kleine leckere filipinische broetchen) zum Lunch nach dem Unterricht eingeladen. Es waren wegen heftig stroemenden Regen nur etwa 9 Kids da…

 

so das war es erstmal..vielleicht werde ich bald mal meinen 'alltag' beschreiben..damit ihr euch etwas vorstellen koennt, wie ich so hier lebe..

ich bin gespannt, wie die naechsten Tage und Wochen so werden. Es sind einige Sachen geplant oder auch nicht geplant und es gibt ein par Ideen... 

Liebe Gruesse...

Jesus ist Herr...

Debora.

 

achja, vom sonntag gibts ein paar bilder

 

...

Autor: Debora | Datum: 11 Oktober 2010, 11:41 | Kommentare deaktiviert

Hallo..

Es ist wieder einige Zeit vergangen und einiges passiert…so war ich zum Beispiel  in Cabuyao und habe dort etwas ueber die Situation der Nestle-workers erfahren,  durfte ein bisschen in die community ministry ‘street dwellers’ von Ellinwood Church ( dort wurde die UCCP gegruendet und die Gemeinde hat 6 Gottesdienste sonntags – in Englisch, Tagalog, Visaya und Bicol..) reinschnuppern und bei der Bible Study fuer die Erwachsenen von der Strasse dabei sein, habe an der Bible Study fuer Schueler der Philippine Christian University teilgenommen (sehr gut ~!), nahm an der Jahresgedenkfeier fuer ein Opfer von politisch motivierten Mord teil und hatte auch die Moeglichkeit, Pastoren ins Gefaengnis zu begleiten, um dort Gemeinschaft und eine bible study mit den Insassen (fuer mich natuerlich nur mit den weiblichen…) zu erleben.(ein Privileg, das nur wenige Freiwillige haben, sagt mir Pastor Ron .D )  Die Frauen haben mich mit ihrer Froehlichkeit beeindruckt und ermutigt..

Sonntag und Montag hab ich mich nur ausgeruht, weil ich etwas krank war und habe dann von Dienstag auf Mittwoch mit einigen Besuchern (Nonnen ;) ) im Day Care Center auf dem Smokey Mountain uebernachtet, nachdem wir ein paar Bewohner besucht und befragt haben…Donnerstag hat mich die Krankheit ziemlich erwischt – ich habe meinen ersten Arztbesuch erlebt und bis Sonntag, an dem ich wieder zum Gottesdienst ging, eigentlich nu rim Bett gelegen und brav meine Medizin genommen. Etwas gutes hatte die Krankheit jedoch. Denn so hatte ich  jmd, der mit mir das Zimmer teilte um sich um mich zu kuemmern. Seit Montag und ein paar Tage davor fahre ich nun jeden Tag zum Day Care auf den Smokey, beobachte, spiele und helfe den Kids (soweit es mit meinem bisschen Tagalog geht – geht eigentlich ;D ) bei ihren Aufgaben,mit denen sie sich leider allzu oft schwer tun. Die Kinder sind sehr froehlich, koennen ausgelassen und wild auf den Schaukeln spielen, hoeren manchmal sehr gespannt und manchmal nicht zu, rufen immer “teacher Debora!” wenn wir das Day Care Gelaende betreten und sind manchmal etwas frech. Aber das ist gut so, denn sie sind Kinder ;)

Mittwoch war ich fuer ein Treffen mit einer Freundin aus Mindanao in der Mall of Asia, die groesste in Asien.  Aber ich fand des nicht besonders spannend dort, eine mall halt…(der Treffpunkt diente auch nur fuer ein Abendessen bei chowking-eine art leckeres schnellrestaurant) Das schoenste war vorher an Manila Bay entlangzugehen und den wunderbaren Himmel kurz vor Sonnenuntergang zu betrachten und mich dran zu freuen, wie herrlich Gott ist…

Donnerstag fuhr ich mit ein paar Leuten nach Malolos, zum National Council Meeting, damit ich ein paar Leute kennenlerne (wie zb Pastor Jesse aus Mindanao, der meinte dass ich wirklich wie meine Schwester Johanna aussehe haha .D )

Am Wochenende habe ich bei einem Forum zugehoert und konnte sogar Samstag und Sonntag Zeit mit meiner lieben Freundin Ate Dulby verbringen, was mir sehr gut tat....

Im Moment lerne ich sehr viel, lerne verschiedene Standpunkte kennen, versuche diese abzuwaegen und einzuordnen und zu verstehen. Ich versuche die Dinge zu verstehen und nachzuvollziehen, warum sie in diesem Land oder in dieser Stadt so sind, wie sie sind… und bei dem ganzen Durcheinander, welches immer mal wieder in meinem Kopf ist, moechte ich Jesus nicht aus den Augen verlieren, sondern ihn an erste Stelle setzen…das ist mir wieder klar geworden. Nur nochmal nebenbei…viele Dinge, die Gott spricht und verspricht, werden hier noch mal viel deutlicher und ich beginne, sie neu zu verstehen…auch Liedtexte bekommen eine andere Bedeutung…und ich bin dankbar, dass Er treu ist und ich ihn wirklich jeden Tag immer wieder neu erleben kann…Danke. Ihm sei Ehre.

 

ihr findet wieder ein paar bilder..von der demolition.

 

bilder

Autor: Debora | Datum: 05 Oktober 2010, 13:40 | Kommentare deaktiviert

so..es gibt ein paar Fotos nun, von vor ein paar Wochen und Hacienda und vom Smokey. Der Eintrag, und somit Erklaerung fuer die Fotos, fuer die letzte(en) Woche(n) folgt bald...

 

seid gesegnet...

Der Herr ist gut..

 

juhu..

Autor: Debora | Datum: 25 September 2010, 09:41 | Kommentare deaktiviert

....die demolition ist vorerst gestoppt. :D gott sei dank Er hat Gebet erhoert...auch wenn man nicht weiss, wie es weiter geht. ob die demoltion fortgesetzt wird oder nicht. aber erst mal freue ich mich darueber, dass sie gestoppt wurde. 

 

http://www.youtube.com/watch?v=gvQchQ7EOBo

 

http://balita.ph/2010/09/24/update-qc-court-halts-demolition-of-shanties-in-north-triangle/

 

sorry, es funktioniert irgendwie im moment nicht, dass meine hochgeladenen bilder erscheinen..

de.

 

 

..injustice.

Autor: Debora | Datum: 23 September 2010, 13:15 | Kommentare deaktiviert

 

Hier kommt schon mein naechster eintrag…denn ich moechte nur kurz (!) von etwas berichten, was mich grade ziemlich beschaeftigt..

(an Hanna..ja du hast recht,ich wurde gestern und heute gewarnt dass ich mich von niemanden fotografieren lasse und mich nicht in der Naehe der FilmKamera aufhalten sollte. Weil ich dann  evtl in Gefahr bin, schliesslich ausgewiesen zu werden…ich bin vorsichtig nun.)

Gestern abend machte ich mich mit Pastora Joyce auf nach Quezon City, wo fuer heute eine Demolisyon -  Zwangsraeumung einer Slum-Area angesetzt war und dann auch stattfand.

In diesem Gebiet leben etwa 9.000 Familien (also 9.000 mal etwa 4 oder mehr, dann gibts die Anzahl der Bewohner).

Einer von den Bewohnern ist Marlon, 35 Jahre alt und ein security-guard bei einer Bank. Er arbeitet etwa 12 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche und bekommt dafuer 11.000 Pesos (etwa 200 Euro. Aber weil man das nicht vergleichen kann mit dt. Lohn (weil zb die Preise ganz anders sind), sag ich nur, dass es nicht allzu vie list..besonders nicht fuer die Menge an Arbeit ! )

Als erstes habe ich mich gefragt, warum ein so hart arbeitender Mensch im Slumgebiet wohnt..aber er sagt, es ist nur wenig was er verdient.. Waehrend dem Gespraech konnte ich mehr oder weniger Verzweiflung in seinen Augen sehen – die Anwort auf die Frage, was passieren wird, wenn die Demolisyon wirklich stattfindet, ist einfach nur : “Di ko alam” –“ ich weiss es nicht…”  und in der Aussage “Sie werden das nicht tun, wir werden sie daran hindern und dagegen kaempfen…ich lebe schon immer hier” klingt Verzweiflung mit…dennoch ist er typisch Filipino sehr freundlich und lacht viel und das scherzen findet auch grossen raum.

Das Gebiet wurde an ein Unterehmen verkauft und wurde heute “gerauemt”, weil hier ein Business District entstehen soll. (neben den vielen risen shoppingmalls )

Aber wohin mit den ganzen Leuten ? Vorgesehen ist die Stadt Montalban, 25km von Manila entfernt. Dort gibt es angeblich Haueser fuer die Familien. Aber wie sollen sie die Miete dafuer bezahlen ? Zudem haben sie ihre Arbeit, von dessen Lohn sie sich so ueber Wasser halten doch in Manila…

Den Familien wurde Geld angeboten und ein paar Saecke Reis, wenn sie vorzeitig (vor der Demolysion) das Gebiet verlassen und nach Montalban gehen. Etwa 3000 Familien von den 9000 haben das Angebot angenommen, einige sind aber schon wieder zurueckgekehrt, weil sie die Haueser nicht bezahlen koennen (siehe Artikel, link unten..)

 

 

Ein paar Organisationen und die Bewohner fingen gestern abend an, gegen die Demolisyon  zu demonstrieren – ein paar Bilder findet ihr hier in den naechsten Tagen. Einige Leute haben Reden gehalten, viele Menschen haben Kerzen angezuendet und die Presse war auch anwesend…

Nach kurzem Schlaf in der Nacht auf dem Boden in einer Huette des Slums, gab es heute  eine kleine Andacht auf der Strasse und viel demonstration, bis die Leute der Metropolitan Manila Development Authority, geschuetzt von der Polizei (Pulis),  bewaffnet mit Hammern, Saegen und Brecheisen kamen und begannen, die Barrikade zu durchbrechen, mit Steinen und Flaschen zu werfen und die Haeuser abzureissen.

Waehrenddessen sind die Bewohner entweder noch verzweifelt in ihrer Huette ,( waehrend dessen Dach eingeschlagen wird) oder versuchen die Zerstoerer durch Steinwuerfe oder Menschenbarrikaden aufzuhalten oder retten ihre wichtigsten Habseligkeiten (wie zb die 3 Ziegen oder der Ventilator) .

Die demolusyion habe ich mit joyce und ein paar anderen von einer Bruecke aus beobachtet und mir blieben schliesslich nur noch die Traenen…wie kann sowas sein ? Soviel ungerrechtigkeit begegnet mir jeden Tag, bzw ich sehe sie und sehe die Menschen, die diese Ungerechtigkeit erleben muessen..

Welchen sinn hat solch eine zwangsraeumung, ausser dass die Ungerechtigkeit wieder ihr Gesicht zeigt und die Reichen wieder ihren Reichtum zeigen ? Wie koennen Menschen so etwas tun….?

Ich habe viele Fragen, keine Antworten und bin dennoch dankbar, dass mir die Moeglichkeit gegeben wurde, die Ungerechtigkeit zu erleben und nicht nur von zu hoeren..

 

Hier ist ein Artikel ueber die demolition…lest ihn da steht viel richtiges drinnnen (sind zwei seiten, zweite nicht vergessen) und bald gibt es ein par wenige bilder.

 

Sige.danke fuers lesen und fuers nachdenken…

Alles liebe

Debora

 

 

http://www.bulatlat.com/main/2010/09/22/more-than-6000-urban-poor-families-defy-order-to-resettle-in-mental-ban/

 

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